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Mühlenkreis Minden-Lübbecke

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Interview mit den Überlandfliegern Tobias Streich und Jannis Buck von WATER4TWO 

Seit wann lebt ihr im Mühlenkreis?

J: Wir sind beide im Mühlenkreis geboren und aufgewachsen.

Wo lebt ihr im Mühlenkreis?

T: Jannis lebt aktuell in Stemwede/Oppendorf, ich wohne in Rahden/Varl.

Wie sieht eure berufliche Situation aus?

J: Tobi hat gerade sein Studium erfolgreich beendet und hat nun seinen Bachelor in „Marketing & International Business“ in der Tasche. Ich selbst arbeite im eigenen Familienbetrieb. Nebenberuflich haben wir dann seit Anfang 2018 WATER4TWO aufgebaut.

Was genau ist „WATER4TWO“ und welche Ziele verfolgt ihr?

T: WATER4TWO ist eine soziale Mineralwassermarke mit dem Ziel die globale Wasserkrise zu bekämpfen. Was viele nicht wissen: Weltweit haben über 800 Millionen Menschen noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser – besonders in Afrika, Latein-Amerika und Teilen Asiens ist die Lage sehr problematisch.

Mit dem Kauf jeder Flasche WATER4TWO spendet der Kunde automatisch 100 Liter sauberes Trinkwasser an Menschen in Not.

J: Möglich gemacht wird diese einfache Art zu spenden durch die Kooperation mit der Hilfsorganisation „Help – Hilfe zur Selbsthilfe e. V.“ aus Bonn, die mit den Teilerlösen aus dem Flaschenverkauf in Wassermangel-Gebieten Brunnen baut. „Help“ arbeitet dabei extrem effizient mit den Geldern und sorgt zudem dafür, dass die lokale Bevölkerung zur korrekten Nutzung, Wartung und Reparatur der Brunnensysteme ausgebildet wird.

T: Das Ganze haben wir zudem versucht möglichst nachhaltig und umweltschonend umzusetzen. Deshalb bestehen unsere Flaschen im Gegensatz zum Großteil der konventionellen Mineralwassermarken zu 100 % aus recyceltem PET, das nach dem Trinken natürlich auch wieder recycelt werden kann. Hier sehen wir einfach die optimalste Ökobilanz.

J: Komplett ohne Emissionen geht es leider trotzdem nicht. Deshalb gleichen wir das anfallende CO2 über Projekte aus, die dem Klimawandel entgegenwirken. Beispielsweise beteiligen wir uns über Partnerorganisationen an der Wiederaufforstung des Bolivianischen Urwaldes. WATER4TWO ist somit als „Klimaneutrales Unternehmen“ zertifiziert.

Wie kam es zu der Idee ein Startup zu gründen? Bzw. Woher kam die Idee zu WATER4TWO?

T: Zunächst sind wir in den letzten Jahren relativ viel zusammen gereist. Unter anderem auch durch ärmere Regionen, beispielsweise in Kambodscha und Kolumbien. Vor Ort zu sehen, wie Menschen ohne sanitäre Einrichtungen in ärmlichsten Verhältnissen leben, hat uns - denke ich - ein Stück weit für die Thematik sensibilisiert. Viele Menschen schätzen leider nicht, wie gut es uns in Deutschland relativ gesehen eigentlich geht. 

Die Grundidee zu WATER4TWO hatte Jannis bereits 2015. Damals absolvierte er ein Auslandssemester in Mexiko, wo das Problem der Wasserknappheit und mangelnder Wasserqualität im eigenen Land häufig im Fokus der öffentlichen Diskussion stand.

J: Ein Lösungsansatz einer mexikanischen Gründerin war das soziale Wasserprojekt „Litro-por-Litro“ (zu Deutsch: Liter-für-Liter), bei dem für jeden Liter ein Liter Trinkwasser an Bedürftige gespendet wurde. Die einfache Grundidee, mit dem Kauf eines Produktes einen Menschen in Not zu unterstützen, fanden wir einfach super. Letztendlich hat uns das dazu inspiriert, das Konzept dieses Jahr hier bei uns umzusetzen. Wir wollten es jedoch deutlich effizienter, transparenter und zusätzlich umweltfreundlich umsetzen, was uns zum Glück gelungen ist.

Welche regionalen Partner konntet Ihr ins Boot holen? Wer hat Euch unterstützt?

J: Große Unterstützung haben wir vor allem von der EDEKA Minden-Hannover bekommen, die von Anfang an an das Projekt geglaubt haben und uns deshalb unsere erste Produkt-Testphase in einem umfangreichen Rahmen ermöglicht hat. Persönlich zu nennen ist Stefan Hartmann vom EDEKA Center Hartmann in Levern, der uns bei allen Schritten mit Rat und Tat zu Seite stand. Sein Markt war der erste in dem unser Wasser in den Regalen stand.

T: Dankbar sind wir außerdem für die Unterstützung vom Stemweder Bürgermeister Kai Abruszat, den lokalen Zeitungen (Neue Westfälische und das Westfalenblatt) sowie Radio-Westfalica, die dazu beigetragen haben, WATER4TWO bekannt zu machen. Die meiste Unterstützung haben wir allerdings durch unseren Freundeskreis und unsere Familien erfahren.


Was könnt ihr anderen Neugründern mit auf den Weg geben? Wie habt ihr euch an das Thema Existenzgründung herangewagt?

J: Habt keine Angst Fehler zu machen und Dinge auszuprobieren. Das meiste Wissen kann man sich im Laufe der Zeit aneignen. Alles andere muss man eben auslagern. Besonders wichtig ist es aus meiner Sicht, eine gut organisierte Grundstruktur in der eigenen Arbeit zu haben und jederzeit selbstkritisch zu hinterfragen, wie die eigene Idee noch optimiert werden könnte.

T: Natürlich haben wir gewisse Dinge durchkalkuliert und geplant, aber grundsätzlich war es uns wichtig so „schlank“ wie möglich zu starten und ohne zu viel Risiko unsere Idee bzw. unser Produkt zu testen. Dabei ist es gut, wenn man das nötige betriebswirtschaftliche Grundverständnis mitbringt.

Bist du nach deinem Schulabschluss für dein Studium/deine Ausbildung weiter weggezogen? Wenn ja, wohin?

J: Ja, zum Studieren haben wir beide den Mühlenkreis verlassen. Ich habe damals in Osnabrück und Guadalajara (Mexiko) gelebt und Tobias in Koblenz und Austin (Texas, USA).

Was gefällt dir am Mühlenkreis?

T: Vor allem die Ruhe. Das Leben ist weniger hektisch. Es gibt keine Staus man findet immer einen Parkplatz – das weiß ich hier wirklich zu schätzen.

J: Mir gefällt die Natur - morgens schon von Vögeln geweckt zu werden gibt es in der Stadt nur in wenigen Regionen.

Kann sich Heimat eurer Meinung nach im Laufe des Lebens ändern?

T: Ich glaube speziell, wenn man mal eine Zeit lang in einem anderen Land oder sogar auf einem anderen Kontinent gelebt hat, begreift man erst so wirklich was Heimat überhaupt bedeutet. Man kann sich überall auf der Welt zuhause fühlen, aber das Gefühl von Heimat ist doch recht einzigartig und gleichzeitig unveränderbar.

Was ist euer Lieblingszitat?

“Limits, like fears, are often just an illusion.” – von Michael Jordan

WATER4TWO

Jannis Buck
Oppendorfer Str. 25
32351 Stemwede

hello@water4two.de | www.water4two.de

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